Review: LEGO Architecture Berlin Skyline

Review: LEGO Architecture Berlin Skyline

Der Touristenfang.

Ich wüsste nicht, wie ich die neue Architecture-Linie von LEGO besser beschreiben sollte, als als „Touristenfang“. Am Wochenende nach dem Debüt der ersten drei Sets – New York, Venedig und Berlin – war ich im LEGO Store in Berlin, um mir zumindest das Berlin-Set zu kaufen. Zu den anderen Kunden gehörten eine Handvoll anderer erwachsener LEGO-Fans und vor allem jede Menge Touristen, die geflissentlich die Sets von Venedig und New York ignoriert und direkt zu Berlin gegriffen haben.

Verständlich, schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass es sich bei der Skyline-Linie um relativ simple Sets handelt, die auch bequem von Anfängern gebaut werden können.

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Macht es sie deswegen schlechter? Eigentlich nicht. Zumindest nicht für alle, die sich die Sets nur für zwischendurch kaufen, um eine etwas andere Erinnerung an einen Städtebesuch im Regal zu haben.

Wer die Skyline-Serie kauft, weil LEGO Architecture auf der Packung steht, könnte allerdings ein kleines bisschen enttäuscht sein. Gefolgt von stiller Freude. Dann wieder etwas Enttäuschung. Und am Ende doch wieder Freude.

Ungefähr das waren die Emotionen beim Bau der Berliner Skyline, dem bislang einzigen Set, zu dem ich mich durchringen konnte. Mit jedem Gebäude ein neuer Grad von Bauspaß.

Die Berliner Skyline von LEGO besteht aus nur fünf Gebäuden: Reichstag, Siegessäule, Bahn-Tower, Fernsehturm und Brandenburger Tor – dazu gibt es noch drei kleine Stücke der Berliner Mauer. Dass sich die Auswahl eher an Besucher als an Einheimische richtet wird schon bei der Auswahl deutlich, denn auch wenn sie vielleicht nicht so bekannt sind, hat Berlin durchaus noch ein paar Skyline-Bauten zu bieten, die mit Fug und Recht auch in das Set gepasst hätten.

Für das, was es ist, aber ist die Auswahl durchaus gut getroffen. Die größten Highlights des Sets sind ohne Zweifel der Reichstag und das Brandenburger Tor. Letzteres, weil es eine wirklich hervorragende Miniatur des bereits erschienenen großen Sets ist und der Reichstag, weil er mit Abstand das detaillierteste Modell der Skyline ist.

Der Bahntower könnte in derselben Liga spielen, hätten sich die Designer nicht für die komplett schwarze Optik entschieden. Keine Spur von der Tranparenz des echten Glastowers ist im LEGO-Modell zu sehen und das ist beim schlichten, aber trotzdem genauen Design des Turms eigentlich ziemlich schade.

Genauso gut getroffen ist auch die Siegessäule, ob wohl die am Ende so simpel ist, dass ich auch nach Wochen noch nicht sicher bin, ob sie mir wirklich gefällt, gerade weil sie so schlicht ist, oder ob etwas mehr Detail doch wünschenswert gewesen wäre.

Der Fernsehturm, das größte Gebäude der Skyline, ist ohne Zweifel gut getroffen, aber irgendwas fehlt. Was genau, das kann ich immer noch nicht so genau sagen. Ich glaube, das Problem ist, dass der LEGO-Fernsehturm vor allem funktioniert, wenn man das Original hin und wieder bei Besuchen in der Stadt sieht. Wenn man aber jeden Tag den echten Fernsehturm vor der Nase hat, fehlt bei der LEGO-Adaption irgendwie das Berlin im Turm. Die Kugel-Konstruktion ist sehr gut gelöst und der Turm ist wesentlich stabiler als er aussieht, aber das ändert eben nichts daran, dass er auf den ersten Blick manchmal mehr, „ein“ und nicht „der“ Fernsehturm ist.

Aber auch wenn nicht alle Gebäude wirklich gut getroffen sind, funktioniert das LEGO Berlin Architecture-Set am Ende doch. Es ist ein bisschen mehr als die Summe seiner Teile geworden. Vielleicht nicht so viel mehr, wie ich es mir erhofft hatte, aber trotzdem ein gelungenes Debüt, das die Lust auf das New York-Set nur gesteigert hat.